Das Passiv (Leideform)

Verb

Das Passiv (Leideform)

  • Die meisten transitiven Verben können ein Passiv bilden.
  • Intransitive Verben bilden kein persönliches Passiv.
  • Beim persönlichen Passiv wird der Betroffene gennant, an dem eine Handlung vorgenommen wird.
  • Das unpersönliche Passiv wird mit dem Personalpronomen es gebildet. 
  • Vorgangspassiv=Hilfsverb werden + Partizip Perfekt
  • Zustandspassiv= Hilfsverb sein + Partizip Perfekt

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Susanne streichelt ihren Hund.

→ Dieser Satz steht im Aktiv, weil jemand da ist, der die Handlung ausführt, nämlich Susanne. Sie streichelt ihren Hund, sie ist aktiv.

Wenn man die Handlung aus der Sicht des Betroffenen, nämlich des Hundes sehen möchte, kann man den Hund in den Mittelpunkt der Betrachtung rücken und sagen:

Der Hund wird gestreichelt.

→ Dieser Satz steht im Passiv, jetzt steht der Hund im Vordergrund. Er ist deshalb auch Subjekt des Satzes. Wer für diesen Vorgang verantwortlich ist, wer den Hund streichelt, wird nicht gesagt. Vielleicht ist die Täterin oder der Täter für den Sprecher unintressant oder unbekannt. Weitere Beispiele:

  • Endlich ist das Buch geschickt worden.
  • In der Schule ist eine Fensterscheibe eingeworfen worden.

Aber auch in einem Passivsatz kann ergänzend der Täter/Urheber der Handlung gennant werden.

  • Der Hund wurde von Susanne gestreichelt.
  • Endlich ist das Buch vom Verlag geschickt worden.
  • Der Beschluss wurde durch die Behörde bekannt gegeben.

Die meisten transitiven Verben können ein Passiv bilden. Intransitive Verben bilden kein persönliches Passiv.

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Persönliches und unpersönliches Passiv

Beim persönliches Passiv wird der Betroffene gennant, an dem eine Handlung vorgenommen wird. (vornehmen= berniat, bermaksud)

  • Die Fäden wurden gezogen.
  • Der Tisch ist repariert.

Das unpersönliches Passiv wird mit dem Personalpronomen es gebildet.

Das Pronomen es steht hier als Ersatz für ein genauer bezeichnetes Subjekt. In Sätzen mit unpersönliches Passiv ist nur die Handlung wichtig. Wer aktiv ist oder wer der Betroffene ist, spielt hier keine Rolle:

  • Es wird gelacht.
  • Es wurde viel getrunken.
  • Es ist vollbracht. (vollbringen= menyelesaikan, melaksanakan)

Das unpersönlichese Passiv kann auch von vielen intransitiven Verben gebildet werden, die kein persönliches Passiv bilden können:

  • Es wird gesungen.
  • Es ist viel gefeiert worden.
  • Es wird getrauert.

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Intransitive Verben

Intransitive Verben (nicht zielende Zeitwörter) können kein Akkusativeobjekt bei sich haben und sie können fast alle kein persönliches Passiv bilden.

Intransitive Verben sind z.B.: laufen, liegen, springen, schwimmen, regnen, schneien

Verben rund um das Wetter werden sogar meistens nur unpersönliche mit es gebraucht:

  • Es nieselte (= rintik-rintik) schon den ganzen Tag, aber dann schneite es.

Bei einigen intransitiven Verben ist ein unpersönlices Passiv mit es möglich, z.B.:

  • Es wurde gehofft und gebangt.
  • Es wurde rund um die Uhr gestreikt.

Intransitive Verben, die eine Bewegung oder eine Änderung eines Zustands ausdrücken, bilden Perfekt, Plusquamperfekt und Futur II im Indikativ wie im Konjunktiv mit sein.

Beispiele: gehen, fallen, laufen, schwimmen, sinken, springen, stolpern (= tersandung), welken (= menjadi layu) …

  • Wir sind hinausgegangen, den Sonnenchein zu fangen.

Die meisten anderen intransitiven Verben verwenden das Hilfsverb haben zur Bildung der Formen des Perfekts, Plusquamperfekts und Futur II im Indikativ und Konjunktiv.

Beispiele: arbeiten, gehorchen (= mematuhi, mentaati), schauen, warten, zaudern (= ragu-ragu, menunda-nunda krn tidak bisa mengambil keputusan) …

  • Ich habe gearbeitet und du hast nur abgewartet.

Haben oder sein bei fahren, liegen, sitzen, stehen?

Das Verb fahren verwendet man sowohl transitiv als auch intransitiv. Entsprechend werden die vollendeten Zeiten mit haben oder mit sein gebildet:

  • Ich habe das Auto in die Garage gefahren.
  • Gestern bin ich zwei Stunden durch die Gegend gefahren.

Bei den Verben liegen, sitzen und stehen dürfen Sie für die vollendeten Zeiten haben oder sein verwenden:

  • Ich habe/ bin gelegen, gesessen und gestanden.

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Die transitiven Verben

Transitive Verben (zielende Zeitwörter) können ein Akkusativeobjekt (wen oder was?) bei sich haben. Die meisten transitiven Verben können ein persönliches Passiv bilden.

Aktiv mit Akkusativobjekt Passiv
Susanne kauft einen Hund. Der Hund wird gekauft.
Der Polizist stoppt den Verkehr. Der Verkehr wird gestoppt.

Zu den transitiven Verben, die kein persönliches Passiv bilden können, gehören haben, besitzen, kennen und wissen. (Ein Passivsatz wie „Die Tasche wird bessesen.“ist nicht möglich)

Transitive Verben bilden das Perfekt und das Plusquamperfekt im Aktiv mit dem Hilfsverb haben.

  • Wir haben das Glück herbeigesehnt.
  • Wir hatten das Glück herbeigesehnt.

herbei= bezeichnet die Richtung (von irgendwoher) zu einem Objekt und häufig auch zum Sprecher hin ↔ weg.

sich sehnen= sich nach jemandem/ etwas sehnen den starken Wunsch haben, dass jemand da ist oder dass man etwas bekommt.

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 Vorgangspassiv und Zustandspassiv

In der deutschen Sprache gibt es zwei Arten des Passivs: das Vorgangspassiv und das Zustandspassiv.

Vorgangspassiv= Hilfsverb werden + Partizip Perfekt

Die Tür wird langsam geöffnet.

Bei diesem Beispiel legt der Sprecher des Satzes Wert auf den Vorgang, nämlich das Öffnen der Tür.

Zustandspassiv= Hilfsverb sein + Partizip Perfekt

Die Tür ist geöffnet.

Bei diesem Beispiel legt der Sprecher Wert darauf, sich über den Zustand, nämlich die geöffnete Tür zu äuβern.‘

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Die Formen des Vorgangs- und des Zustandspassivs im Vergleich:

Zeit Vorgangspassiv (werden) Zustandspassiv (sein)
Präsens Die Tür wird geöffnet. Die Tür ist geöffnet.
Perfekt Die Tür ist geöffnet worden. Die Tür ist geöffnet gewesen.
Präteritum Die Tür wurde geöffnet. Die Tür war geöffnet.
Plusquamperfekt Die Tür war geöffnet worden. Die Tür war geöffnet gewesen.
Zukunft Die Tür wird geöffnet werden. Die Tür wird geöffnet sein.
vollendete Zukunft Die Tür wird geöffnet worden sein. Die Tür wird geöffnet gewesen sein.

Das Passiv kommt auch in allen Konjunktivformen vor.

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Gute Sätze im Aktiv formulieren

Sätze klingen im Deutsch wesentlich besser, wenn sie im Aktiv abgefasst sind; denn sie sind kürzer. Es gibt einige Möglichkeiten, wie Sie Passivformen umschreiben können. Beispiel: Diese Aufgabe ist leicht gelöst worden.

Diesen Satz können wir in einen aktiven Satz umwandeln:

  • Die Aufgabe war leicht zu lösen.
  • Mann konnte die Aufgabe leicht lösen.
  • Die Aufgabe war leicht lösbar.
  • Die Aufgabe löste sich fast von selbst.
  • Die Aufgabe lieβ sich leicht lösen.
  • Die Lösung der Aufgabe war leicht.

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Quelle: PONS Deutsche Grammatik & Rechtschreibung ISBN 978-3-12-561779-7

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